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Alfred Toepfer
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Alfred Carl Toepfer (* 13. Juli 1894 in Altona bei Hamburg; † 8. Oktober 1993 in Hamburg) war ein deutscher Kaufmann, Landwirt und Unternehmer. Er war GrĂŒnder und Inhaber von Toepfer International (ursprĂŒnglich Alfred C. Toepfer), nach dem Zweiten Weltkrieg eines der fĂŒhrenden international tĂ€tigen Getreidehandelsunternehmen, und Stifter der Alfred Toepfer Stiftung F. V. S.

WĂ€hrend Toepfers eigene Rolle in der Zeit des Nationalsozialismus bis heute umstritten ist und eine befĂŒrwortende Einstellung Toepfers zum Antisemitismus und anderen zentralen Elementen des Nationalsozialismus in den Untersuchungen einer einschlĂ€gigen Historikerkommission zurĂŒckgewiesen wird, wird seine Personalpolitik nach dem Krieg, die zur BeschĂ€ftigung ehemaliger in den Holocaust und Kriegsverbrechen aktiv involvierter Nationalsozialisten fĂŒhrte, einhellig kritisiert.

Contents

‱ Leben
‱ Nach 1945
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Leben

Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs

Alfred Toepfer stammte aus kleinbĂŒrgerlichen VerhĂ€ltnissen. Seine Mutter war Marie Toepfer, geborene Volkmer, sein Vater der Kaufmann Carl Toepfer.cite-ref-1[1] Er besuchte zunĂ€chst die Volksschule und absolvierte eine kaufmĂ€nnische Lehre. Der begabte evangelische SchĂŒler holte in Abendkursen die Mittlere Reife nach und erlernte mehrere Sprachen. Anfang 1912 trat er dem Wandervogel, Deutscher Bund fĂŒr Jugendwanderungen bei. Dessen FĂŒhrer Hans Breuer prĂ€gte sein Denken, vor allem seine Forderung nach Besinnung auf das eigene Volkstum. 1913 war Toepfer einer der Teilnehmer am Treffen des Ersten Freideutschen Jugendtags auf dem Hohen Meißner. Auch Julius Langbehns Schrift Rembrandt als Erzieher nannte Toepfer spĂ€ter als prĂ€gend, insbesondere dessen Vorstellung eines Niederdeutschland, das von Holland bis nach Riga reichte.cite-ref-2[2]

Toepfer nahm ab 1914 als Infanterist am Ersten Weltkrieg teil, u. a. an der Winterschlacht in Masuren, der Zweiten Flandernschlacht, der Schlacht an der Somme und der Vierten Flandernschlacht. Er wurde mehrfach verwundet und im Januar 1919 als KompaniefĂŒhrer im Range eines Leutnants demobilisiert.cite-ref-3[3]

In der Weimarer Republik

1919 trat Toepfer dem LandesjĂ€ger-Freikorps von General Georg Maercker bei. Als FĂŒhrer einer berittenen Maschinengewehr-Abteilung war er zunĂ€chst in Weimar zum Schutz der Weimarer Nationalversammlung eingesetzt. In den folgenden Monaten nahm Toepfer an den EinsĂ€tzen des Freikorps gegen aufstĂ€ndische sozialistische und kommunistische Arbeiter teil, u. a. in Halle (Saale), Leipzig, Magdeburg, Braunschweig, Gotha, Erfurt und Eisenach. Mit der Eingliederung des „LandesjĂ€gerkorps“ in die Reichswehr nahm Toepfer Ende 1919 seinen Abschied.cite-ref-4[4]

Noch wĂ€hrend seiner Zeit beim Freikorps hatte Toepfer in ThĂŒringen begonnen, Handel mit landwirtschaftlichen Produkten zu treiben. ZurĂŒck in Hamburg grĂŒndete er das Handelsunternehmen Alfred C. Toepfer, das im Januar 1920 ins Handelsregister eingetragen wurde und u. a. weltweiten Handel (USA, Kanada, UdSSR) mit landwirtschaftlichen Produkten, insbesondere Getreide, sowie eine Privatbank und eine eigene Schifffahrtsgesellschaft betrieb. Im Jahr 1922 heiratete er Emmelie Klima. Aus der Ehe gingen die Kinder Helmuth, Herrmann, Heinrich, Gerhard und Carl Toepfer hervor.cite-ref-5[5] Ab 1926 begann Toepfer, sowohl den Angestellten seiner Firma ĂŒberdurchschnittliche Sozialleistungen zu gewĂ€hren als auch fĂŒr Projekte der Jugendförderung zu spenden (z. B. Errichtung von Jugendherbergen). Seine SpendentĂ€tigkeit war dabei geleitet von der Idee einer „Erneuerung des Volkstums als Grundlage des deutschen Wiederaufstiegs“ nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg. Schon seit seiner FirmengrĂŒndung war Toepfer Mitglied im Hamburger Nationalklub von 1919, dessen Vortragsprogramm er eifrig wahrnahm. Über Kontakte aus diesem Klub lernte er bei einer Versammlung des Bundes Oberland auch Ernst Niekisch kennen, dessen Zeitschrift Widerstand. Zeitschrift fĂŒr nationalrevolutionĂ€re Politik er zwischen 1928 und 1931 mehrfach finanziell unterstĂŒtzte. Er teilte jedoch nicht Niekischs nationalbolschewistische Begeisterung fĂŒr die UdSSR, deren damals katastrophale wirtschaftliche Lage er aus eigener Anschauung kannte. Über Niekisch lernte Toepfer auch Ernst JĂŒnger und dessen Bruder Friedrich Georg sowie A. Paul Weber kennen. FĂŒr seine 1931 gegrĂŒndete Stiftung F. V. S. (auch nach Initialen des Freiherrn von Stein steht fĂŒr „Freiherr vom Stein“, „Friedrich von Schiller“ und „Ferdinand von Schill“ heute Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.) ĂŒbernahm der Graphiker Weber zahlreiche GestaltungsauftrĂ€ge. Laut Satzung sollte die Stiftung der „Förderung des Deutschen Volkstums in Europa“ dienen, insbesondere in den „an das Reich grenzenden, aber jenseits der Reichsgrenzen liegenden LĂ€ndern und Gebieten deutschen und niederdeutschen Volkstums“. Erste Mitglieder des Stiftungsrates wurden 1932 der offen mit den Forderungen des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes sympathisierende Rektor der UniversitĂ€t Hamburg Alfred Wigand († 1932) sowie der dĂ€nische Pastor und Minderheitenpolitiker Johannes Schmidt-Wodder.cite-ref-6[6] Über Art und Höhe von Zuwendungen entschied Toepfer, unabhĂ€ngig vom Stiftungsrat. Parallel zur GrĂŒndung der Stiftung F. V. S. mit Sitz in Hamburg wurde aus devisenrechtlichen GrĂŒnden und mit Mitteln aus AuslandsgeschĂ€ften in Vaduz die Stiftung J. W. G. (nach den Initialen Goethes) gegrĂŒndet. Diese diente zunĂ€chst nur dem Geldverkehr, wenn Toepfer sich im Ausland (z. B. Österreich, Elsass) betĂ€tigte.cite-ref-7[7]

Bemerkenswert ist insbesondere Toepfers Engagement fĂŒr die HĂŒneburg, ein separatistisches Projekt zur Loslösung des Elsass von Frankreich. Dort sollte eine Wanderherberge und ein StĂŒtzpunkt eines völkischen „Deutschtums“ gebaut werden, fĂŒr das er Gelder bereitstellte.cite-ref-8[8] In gleicher Weise förderte Toepfer in Nordschleswig ein Projekt einer Jugendherberge von deutsch-dĂ€nischen Separatisten, die eine Wiederangliederung von Nordschleswig an Deutschland erreichen wollten, das in einer Volksabstimmung 1920 DĂ€nemark zugesprochen worden war. Diese Jugendherberge wurde auf dem Knivsberg bei Apenrade gebaut. Auf Toepfers Wunsch hin wurde es nach dem aus Apenrade stammenden, nationalistischen und antisemitischen Kulturkritiker August Julius Langbehn benannt, dessen berĂŒhmtestes Buch Rembrandt als Erzieher fĂŒr Toepfer eine große Bedeutung gehabt hatte.cite-ref-9[9]

Zeit des Nationalsozialismus

Die verfĂŒgbaren Informationen ĂŒber Toepfers Verhalten in der ersten Zeit nach der „Machtergreifung“ sind nicht eindeutig, doch hat er sich wohl öffentlich fĂŒr jĂŒdische Hamburger Kaufleute eingesetzt. In seinen Marktberichten, die seit 1930 an GeschĂ€ftspartner verschickt wurden, Ă€ußerte er von ihm selbst als positiv (im Sinne von Mitarbeit am staatlichen Aufbau) verstandene Kritik an der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik. Auf Betreiben des ReichsnĂ€hrstandes und des Reichsministeriums fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda wurden die Marktberichte deshalb 1934 verboten.cite-ref-10[10]

In den folgenden Jahren war Toepfer weiterhin erfolgreich als Unternehmer tĂ€tig. Daneben widmete er sich dem Ausbau seiner landwirtschaftlichen GĂŒter, die nach seinen Vorstellungen zu wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Mustereinrichtungen werden sollten. Insbesondere Schloss Kalkhorst sollte der Förderung einer Elite zur StĂ€rkung des deutschen Volkstums abseits der Großstadt dienen. Die F. V. S.-Stiftung blieb zwar bis 1945 in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Aber schon im Juni 1933 berief Toepfer Nationalsozialisten wie den Historiker Adolf Rein und den Schriftsteller Hans Friedrich Blunck in den Stiftungsrat. Mit ihrer Hilfe knĂŒpfte Toepfer Kontakte ins akademische und kulturelle Milieu sowie zum Propagandaministerium und schuf ab 1935 zahlreiche Kulturpreise. Zwischen 1933 und 1937 fĂŒhrten ihn zahlreiche Reisen ins benachbarte Ausland, auf denen er Kontakte mit Separatisten aus dem Elsass, aus Lothringen und Flandern sowie zu deutschfreundlichen Luxemburgern und Schweizern knĂŒpfte. Er nahm auch Verbindung zu auslĂ€ndischen Nationalsozialisten der Nationalen Front in der Schweiz und der Nationaal-Socialistische Beweging in den Niederlanden auf. Über die Nutzung von Schloss Kalkhorst als ReichsfĂŒhrerschule I des VDA bestand eine enge Beziehung zum Volksbund fĂŒr das Deutschtum im Ausland (VBA) und zu seinem FĂŒhrer Hans Steinacher. Intensive Kontakte baute Toepfer zu Angehörigen der österreichischen NSDAP auf, die 1934 nach ihrem gescheiterten Putschversuch nach Deutschland geflohen waren: die spĂ€teren Gauleiter Friedrich Rainer und Odilo Globocnik wurden von Toepfer persönlich zu einem Aufenthalt auf seinem Hofgut Siggen in Holstein eingeladen, wie Franz Hueber, der Schwager von Hermann Göring. 1935 hielt sich Konrad Henlein, der FĂŒhrer der Sudetendeutschen Partei (SdP) zu einem geheimgehaltenen Besuch auf Gut Siggen auf. Noch im gleichen Jahr wurde Henlein in den Stiftungsrat der F. V. S.-Stiftung berufen und 1937 zu dessen Ehrenvorsitzendem ernannt. Im Januar 1937 knĂŒpfte Toepfer erste Bekanntschaft mit Werner Best, dem er – jedoch ohne Erfolg – ebenfalls die Aufnahme in den Stiftungsrat anbot. Auch Werner Lorenz, den Leiter der Volksdeutschen Mittelstelle (VOMI), die ab 1937 statt des VBA fĂŒr die Volkstumsarbeit zustĂ€ndig wurde, konnte Toepfer fĂŒr die Arbeit seiner Stiftung interessieren.cite-ref-11[11]

Im Juni 1937 wurde Toepfer im Rahmen von Ermittlungen, die der Erste Staatsanwalt Heinrich Jauch gegen ihn fĂŒhrte, wegen Devisenvergehen verhaftet und blieb bis Mai 1938 in Untersuchungshaft. Die Gestapo durchsuchte seine Firma und seine PrivatrĂ€ume. Schließlich wurde Toepfer ohne Verurteilung freigelassen, nachdem Werner Lorenz als TreuhĂ€nder die Aufsicht ĂŒber die F. V. S.-Stiftung ĂŒbernommen hatte. Toepfer betĂ€tigte sich auch in der Folgezeit weiter als Stifter.cite-ref-12[12]

Der SD-Oberabschnitt West in DĂŒsseldorf war Anfang 1937 zur Auffassung gelangt, dass es nicht Aufgabe einer NSDAP-parteiamtlichen oder sonst wie offiziösen Stelle sein könne, Außenpolitik Richtung Westen zu betreiben. Sonst sei die Gefahr der Einmischung in Angelegenheiten fremder Staaten gegeben. Diese notwendige Arbeit mĂŒsse deshalb in den HĂ€nden einer nach außen hin nur als Privatperson in Erscheinung tretenden Persönlichkeit liegen, die im InnenverhĂ€ltnis jedoch weisungsgemĂ€ĂŸ zu arbeiten habe. Das war Toepfer. Er zĂ€hlte dem SD zufolge zu den Privatpersonen, die in den Benelux-Staaten jene völkischen Netzwerke unterstĂŒtzten, die sich in der Grenzlandkulturpolitik fĂŒr die RĂŒckgewinnung der sogenannten germanisch-deutschen Gebiete einsetzten. Toepfers Geflecht aus privaten Stiftungen in Hamburg, Freiburg, und Vaduz und Basel spielte als Stiftungsfassade eine zentrale Rolle, sowohl bei der Beschaffung und Bereitstellung von Devisen als auch bei der Herstellung von Kontakten zu den einheimischen Nazis in den Nachbarstaaten. Die außenpolitische Tarnung durch volksdeutsche „Kulturpreise“ war indes fĂŒr den SD nur eine „funktionale Waffe“ der Infiltration von Staaten im Rahmen der nationalsozialistischen EuropaplĂ€ne.cite-ref-13[13]

Nach der offiziellen Einstellung des Ermittlungsverfahrens im Oktober 1939 wurde Toepfer im Rang eines Leutnants als Soldat reaktiviert, blieb aber zunĂ€chst noch beurlaubt. Er wurde Ende 1939 wegen seiner niederlĂ€ndischen Sprachkenntnisse zur Abwehr unter Admiral Canaris eingezogen und nach kurzer Schulung der Abteilung 2 zugeordnet, die fĂŒr Minderheiten und politische Gruppierungen im Ausland zustĂ€ndig war. Von Mai bis Juni 1940 war er in den besetzten Niederlanden tĂ€tig. Er nahm des Öfteren Kontakte zu niederlĂ€ndischen Nationalsozialisten wie Anton Mussert auf, dessen Bewegung er schon aus der Vorkriegszeit kannte. Im Kuratorium fĂŒr den „Rembrandtpreis“ der Toepfer Stiftung FVS saß schon seit langem A. J. van Wessem, ein Kollege von Mussert.

In Amsterdam nahm er auch zu flĂ€mischen Nationalisten des Vlaams Verbond van Frankrijk auf, die eine Loslösung Nordfrankreichs von Französisch-Flandern anstrebten. Er war kurze Zeit in Belgien unter Friedrich Carl Marwede tĂ€tig, wo er den Vlaamsch National Verbond (VNV) aufsuchte.cite-ref-14[14] Im Juli 1940 wurde er in die Abwehrleitstelle Paris im HĂŽtel Lutetia versetzt. Im FrĂŒhsommer 1941 stellte Toepfers Einheit einen „Frankreich-Bericht“ zusammen, der der „völkischen Durchleuchtung“ des besetzten Landes diente und sich vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen EuropaplĂ€ne intensiv mit dem französischen Regionalismus auseinandersetzte. Toepfer unterhielt in dieser Zeit im Auftrag der Besatzungsbehörden Kontakte zu französischen Separatisten wie z. B. Hermann Bickler (Elsass) und Olier Mordrel (Bretagne), die er bereits aus der Vorkriegszeit kannte, auch um mit ihrer Hilfe RĂ©sistance-Gruppen zu unterwandern und den Widerstand der Franzosen gegen die deutsche Besetzung zu spalten und damit zu schwĂ€chen.cite-ref-boissou-15-0[15] Ein enger Kontakt bestand auch wieder zu Werner Best, der inzwischen Kriegsverwaltungschef beim MilitĂ€rbefehlshaber in Frankreich geworden war, ebenso wie zu Ernst JĂŒnger, der in Paris stationiert war.

Im Juli 1942 verließ Toepfer aus bislang ungeklĂ€rten GrĂŒnden die Abwehr im Rang eines Hauptmanns und wechselte zur wirtschaftlichen Abteilung beim MilitĂ€rbefehlshaber in Frankreich. Im Auftrag des Reichswirtschaftsministeriums grĂŒndete er im Juni 1943 in Paris das reichseigene EinkaufsbĂŒro Bureau d’achat du capitaine Toepfer et Stahlberg et Cie. Dieses BĂŒro sollte den Schwarzmarkt in Frankreich kontrollieren und bekĂ€mpfen, Devisen durch Verkauf von GĂŒtern aus dem besetzten Frankreich an neutrale LĂ€nder beschaffen sowie geheime KompensationsgeschĂ€fte zur Beschaffung strategisch wichtiger Rohstoffe aus Spanien und Portugal abwickeln.cite-ref-16[16] Im August 1944 verließ Toepfer Paris kurz vor der Befreiung durch die Alliierten. Im April 1945 wurde Toepfer aus dem Wehrdienst entlassen und lebte am Kriegsende in Hamburg als Zivilist.cite-ref-17[17]

Nach 1945

Alfred Toepfer initiierte 1952 die Stiftung Wiederaufbau der Hamburgischen Staatsoper. Die Stiftung brachte unter ihrem ehrenamtlichen GeschĂ€ftsfĂŒhrer Wilhelm Oberdörffer damals innerhalb weniger Monate 1,5 Millionen Mark Sponsorengelder zusammen. Die Hamburgische Staatsoper, wiedereröffnet am 15. Oktober 1955, war der erste Neubau unter den großen, im Krieg zerstörten deutschen OpernhĂ€usern.cite-ref-18[18]

Seine Firma Alfred C. Toepfer stieg zu den „fĂŒhrenden international tĂ€tigen Getreide- und Futtermittelhandelsfirmen“ auf, die inklusive ihrer Beteiligungen an Landhandel und Schifffahrt Mitte der 1970er Jahre einen Umsatz von ca. 10 Mrd. DM erreichte.cite-ref-19[19] Das Kapital der persönlich haftenden Gesellschafterin der Firma, der Alfred C. Toepfer Verwaltungsgesellschaft (m.b.H.), war schon 1961 vollstĂ€ndig an Toepfers Stiftung F.V.S ĂŒbertragen worden, die neben ihrer kulturellen FörderungsaktivitĂ€ten bis in die 1980er Jahre wesentlicher KapitaltrĂ€ger der Firma war.cite-ref-20[20]

Der Unternehmer war ein Pionier des Landschafts- und Naturschutzes. Zwischen 1954 und 1985 war er Vorsitzender des ĂŒberregionalen Vereins Naturschutzpark. Ein besonderes Anliegen Toepfers war die Erhaltung der LĂŒneburger Heide und die Schaffung von Naturparks in Deutschland. Dies gelang ab 1956 mit der VerkĂŒndung des Naturparkprogramms in der Aula der UniversitĂ€t Bonn, bei der BundesprĂ€sident Theodor Heuss anwesend war.

Alfred C. Toepfer wurde auf dem Waldfriedhof in Hamburg-Wohldorf-Ohlstedt beigesetzt.cite-ref-21[21]

Internationale Kritik und geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung

Toepfer hat sich bis zu seinem Tod öffentlich kaum ĂŒber seine AktivitĂ€ten in der Zeit des Nationalsozialismus geĂ€ußert.cite-ref-22[22] In den 1990er Jahren wurden seine Rolle und die AktivitĂ€ten seiner Stiftung vor 1945 zunehmend kritisch beleuchtet. So war Toepfer „FĂŒrsprecher eines ethnopluralistisch gegliederten Europas der Regionen“ und hat sich in diesem Zusammenhang weiterhin als „MĂ€zen einer institutionalisierten Plattdeutsch-Förderung positioniert“.cite-ref-23[23] Der Schweizer Wissenschaftshistoriker Michael Fahlbusch erklĂ€rte gegenĂŒber Informationen zur deutschen Außenpolitik, Toepfer habe die offizielle Kulturpolitik mitfinanziert, und seine Stiftung habe als „kulturelle fĂŒnfte Kolonne“ pangermanistische Ziele fĂŒr die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg verfolgt.cite-ref-24[24] Die Stadt Straßburg kĂŒndigte daraufhin 1996 die Zusammenarbeit mit der Stiftung auf. Die Alfred-Toepfer-Stiftung grĂŒndete 1997 eine unabhĂ€ngige Historikerkommission unter Leitung von Hans Mommsen, die 2000 unter dem Titel Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie. Kritische Bestandsaufnahme einen Sammelband mit einer kritischen Bestandsaufnahme von Toepfers Biographie und Stiftungsgeschichte herausgab.cite-ref-25[25]

Die Kommission kam zu dem Schluss, Toepfer habe die zentralen Ziele und Motive des Nationalsozialismus nicht geteilt, auch nicht den Antisemitismus, und sich insbesondere nicht an „arisiertem“ Eigentum bereichert. Allerdings habe er nach dem Krieg eine Ă€ußerst problematische Personalpolitik betrieben. Als exponierte Beispiele hierfĂŒr werden der ehemalige ReichsbevollmĂ€chtigte fĂŒr Ungarn Edmund Veesenmayer, der 1944 die Ermordung von 400.000 ungarischen Juden mit organisierte, und der ehemalige NS-StaatssekretĂ€r im ErnĂ€hrungsministerium Hans-Joachim Riecke, einer der Verantwortlichen fĂŒr die Aushungerungspraxis in den von 1941 bis 1944 besetzten Ostgebieten, genannt. WĂ€hrend die Zusammenarbeit mit Veesenmayer auf die Jahre 1952 und 1953 als Verbindungsmann von Toepfers Firma im Iran begrenzt blieb, beschĂ€ftigte Toepfer Riecke „zunĂ€chst in der Firma in leitender Funktion“ und ließ ihn „in den sechziger Jahren in die höchsten reprĂ€sentativen Funktionen der Stiftungen auf[steigen]“.cite-ref-26[26] Die Aussagen der Kommission im Hinblick auf Toepfers eigenes VerhĂ€ltnis zum Nationalsozialismus werden von zahlreichen Autoren angezweifelt.cite-ref-27[27]

Auszeichnungen

‱ 1941: Goldenes Sportabzeichencite-ref-28[28]
‱ 1954: Ehrensenator der UniversitĂ€t Hamburgcite-ref-29[29]
‱ 1959: Ehrendoktor der UniversitĂ€t Kielcite-ref-30[30]
‱ ----: Ehrendoktor der UniversitĂ€t MĂŒnchencite-ref-31[31]
‱ 1961: Ehrenmitglied des Heimatbunds Niedersachsencite-ref-32[32]
‱ 1970: BĂŒrgermeister-Stolten-Medaille der Stadt Hamburg
‱ 1973: Ehrendoktor der UniversitĂ€t Baselcite-ref-33[33]
‱ 1974: Ehrensenator der UniversitĂ€t Wien
‱ 1981: Deutscher Preis fĂŒr Denkmalschutz – Karl-Friedrich-Schinkel-Ring – des Deutschen Nationalkomitees fĂŒr Denkmalschutz
‱ 1984: Europarat-Medaille (pro merito)
‱ 1984: Hamburger EhrengedenkmĂŒnze in Goldcite-ref-34[34]
‱ 1989: „Hebeldank“ des Hebelbundes Lörrach
‱ 1991: Maecenas-Ehrung des Arbeitskreises selbstĂ€ndiger Kultur-Institute e. V. – AsKI
‱ 1991: EhrenbĂŒrger der Stadt Hamburg
‱ 1995: Posthum wurde der niedersĂ€chsische Landesbetrieb Norddeutsche Naturschutzakademie nach ihm in Alfred Toepfer Akademie fĂŒr Naturschutz umbenannt
‱ Ehrenmitglied des Verbands Deutscher Gebirgs- und Wandervereinecite-ref-35[35]

Veröffentlichungen

‱ Westschau 1940. Aßmus, Berlin 1940 (Als Manuskript gedruckt)cite-ref-36[36]
‱ Erinnerungen aus meinem Leben. 1894–1991. Christians, Hamburg 1991.

Literatur

‱ Georg Kreis, Gerd Krumeich, Henri Menudier, Hans Mommsen, Arnold Sywottek (Hrsg.): Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie. Kritische Bestandsaufnahme. Christians, Hamburg 2000, ISBN 3-7672-1373-7 (Einleitung als Volltext).
‱ Jan Zimmermann: Die Kulturpreise der Stiftung F. V, S. 1935–1945. Darstellung und Dokumentation. Hrsg. dies., Hamburg 2000.
‱ Lionel Boissou: Les activitĂ©s du »Bureau d’achat du capitaine Toepfer et Stahlberg«cite-ref-37[37] & Cie. S. 277–295 in: Stefan Martens, Maurice VaĂŻsse: Frankreich und Deutschland im Krieg (November 1942 – Herbst 1944). Okkupation, Kollaboration, RĂ©sistance. Pariser Historische Studien, hrsg. vom Deutschen Historischen Institut Paris, Band 55. Bouvier, Bonn 2000 = Akten des deutsch-französischen Kolloquiums in Paris am 22. und 23. MĂ€rz 1999, veranstaltet vom Deutschen Historischen Institut Paris und dem Centre d’Études d’Histoire de la DĂ©fense, Vincennes in Zusammenarbeit mit dem Institut fĂŒr Zeitgeschichte, MĂŒnchen und dem Institut d’Histoire du Temps PrĂ©sent, Paris-Cachan. ISBN 3-416-02908-9.cite-ref-38[38]
‱ Burkhard Dietz, Helmut Gabel, Ulrich Tiedau (Hrsg.): Der Griff nach dem Westen. Die „Westforschung“ der völkisch-nationalen Wissenschaften zum nordwesteuropĂ€ischen Raum 1919–1960. Waxmann, MĂŒnster 2003, ISBN 3-8309-1144-0.
‱ Georg Kreis: Zweifelhafter Umgang mit „zweifelhafter Vergangenheit“. Zum anhaltenden Streit um die Alfred Toepfer Stiftung. In: Georg Kreis: Vorgeschichte zur Gegenwart. AusgewĂ€hlte AufsĂ€tze. Band 3, Schwabe, Basel 2005, S. 501–523,(Digitalisat)cite-ref-39[39]
‱ Ulf-Thomas Lesle: Alfred Toepfer. Kaufmann und MĂ€zen. In: Zukunft, Heimat, Niedersachsen. 100 Jahre NiedersĂ€chsischer Heimatbund. Hrsg. vom NiedersĂ€chsischen Heimatbund. Delmenhorst 2005, S. 143–158.
‱ Ulf-Thomas Lesle: IdentitĂ€tsprojekt Niederdeutsch. Die Definition von Sprache als Politikum. In: Robert Langhanke (Hrsg.): Sprache, Literatur, Raum. Festschrift fĂŒr Willy Diercks. Verlag fĂŒr Regionalgeschichte, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-89534-867-9, S. 693–741.
‱ Karl Heinz Roth, Ulf-Thomas Lesle: Völkische Netzwerke: Alfred Toepfer und das Stiftungsunternehmen ACT/F.V.S. Eine Forschungsbilanz. In: Zeitschrift fĂŒr Geschichtswissenschaft. Jg. 64, 2016, S. 213–234.
‱ Jan Zimmermann: Alfred Toepfer. (Reihe Hamburger Köpfe, hrsg. von der Zeit-Stiftung). Ellert & Richter, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8319-0295-8.
‱ Alfred C. Toepfer in: Internationales Biographisches Archiv 01/1994 vom 27. Dezember 1993, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
‱ Axel Schildt: Toepfer, Alfred. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 26. Duncker & Humblot, Berlin 2016, ISBN 978-3-428-11207-4, S. 325 (deutsche-biographie.de).
‱ Karl Heinz Roth: Alfred C. Toepfer. In: Michael Fahlbusch, Ingo Haar, Alexander Pinwinkler (Hrsg.): Handbuch der völkischen Wissenschaften. Akteure, Netzwerke, Forschungsprogramme. Unter Mitarbeit von David Hamann. Band 1. 2., grundlegend erweiterte und ĂŒberarbeitete Auflage. de Gruyter Oldenbourg, Berlin 2017, ISBN 978-3-11-042989-3, S. 825–843.

Rundfunk und Film

‱ 1974: Alfred Toepfer. In: Reihe: MĂ€zene. Produktion des SaarlĂ€ndischen Rundfunks/Fernsehen. 15 Minuten. Buch und Regie: Klaus Peter Dencker.
‱ 2012: Alfred C. – Aus dem Leben eines GetreidehĂ€ndlers. Hörspiel von Hermann Bohlen. Produktion Deutschlandradio Kultur/HR. 56:30 Minuten. Regie: Judith Lorentz und Hermann Bohlen.cite-ref-40[40]

Weblinks

Commons

: Alfred Toepfer

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Literatur von und ĂŒber Alfred Toepfer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
‱ Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.
‱ Chronik Alfred Toepfer
‱ Biografie des EhrenbĂŒrgers Alfred Toepfer im Internetauftritt der Freien und Hansestadt Hamburg
‱ Kurzbiographien (Memento vom 20. April 2013 im Internet Archive) von Personen 1933–1944 aus dem Internetprojekt „Synthesen der Berichte der französischen PrĂ€fekten der Vichy-Regierung als auch die Lageberichte der deutschen MilitĂ€rverwaltung aus den Jahren 1940–1944“. ProjekttrĂ€ger sind das Deutsche Historische Institut Paris (DHIP) und das Institut d’Histoire du Temps PrĂ©sent (IHTP)
‱ Zeitungsartikel ĂŒber Alfred Toepfer in den Historischen Pressearchiven der ZBW

Historikerstreit um Toepfer

‱ Einleitung von Georg Kreis, Gerd Krumeich, Henri Menudier, Hans Mommsen, Arnold Sywottek (Hrsg.): Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie. Kritische Bestandsaufnahme. Christians, Hamburg 2000, ISBN 3-7672-1373-7 auf der Homepage der Toepfer-Stiftung https://web.archive.org/web/20140714130745/http://toepfer-stiftung.de/content/uploads/2014/01/Einleitung_AT.pdf (PDF; 125 kB).
‱ Interview mit Michael Fahlbusch: Nicht philanthropisch. am 19. Dezember 2008 auf German-foreign-policy.com (abgerufen am 13. Oktober 2012).
‱ Alfred Toepfer: MĂ€zen im Zwielicht. Gutes Geld, dunkle Absichten? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 8. April 2010 (abgerufen am 13. Oktober 2012) (Bericht ĂŒber die Veröffentlichungen des Historikers Michael Pinto-Duschinsky)
‱ Michael Fahlbusch: Ein fragwĂŒrdiger Philanthrop. Die subversiven AktivitĂ€ten des deutsch-völkischen StiftungsgrĂŒnders Toepfer in der Schweiz. In: Sozial.Geschichte Online. 12, 2013, S. 39–68.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, LĂŒbeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1255.
cite-note-22. ↑ Jan Zimmermann (2008), S. 17–25.
cite-note-33. ↑ Jan Zimmermann (2008), S. 26–31.
cite-note-44. ↑ Jan Zimmermann (2008), S. 32–35.
cite-note-55. ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 1985, S. 1255.
cite-note-66. ↑ Peter Hopp: Alfred Toepfer, A. Paul Weber und Schmidt-Wodder in den Jahren 1930 bis 1938. In: Zeitschrift der Gesellschaft fĂŒr Schleswig-Holsteinische Geschichte. Nr. 109, 1984, ISSN 0072-4254, S. 243–286.
cite-note-77. ↑ Jan Zimmermann (2008), S. 35–53.
cite-note-88. ↑ Alfred Toepfer. (PDF; 33 kB) Chronik. In: toepfer-stiftung.de. Juli 2005, archiviert vom Original; abgerufen am 7. Juni 2023: „22. MĂ€rz 1932: Zum 100. Todestag Goethes Spende von 100.000,- FFr. fĂŒr den Bau einer Jugendherberge im Elsass, mit der spĂ€ter der Ankauf des GrundstĂŒcks fĂŒr die Jugendherberge HĂŒnenburg (sic) finanziert wird.“
cite-note-99. ↑ Georg Kreis, Gerd Krumeich, Henri Menudier, Hans Mommsen, Arnold Sywottek (Hrsg.): Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie. Kritische Bestandsaufnahme. Christians, Hamburg 2000, ISBN 3-7672-1373-7, S. 197–202.
cite-note-1010. ↑ Jan Zimmermann (2008), S. 54–59.
cite-note-1111. ↑ Jan Zimmermann (2008), S. 60–78.
cite-note-1212. ↑ Toepfer stilisierte seine Zeit in Untersuchungshaft zur „Gestapo-Haft“, die auf seine Kontakte zu Ernst Niekisch zurĂŒckzufĂŒhren gewesen sei, der zur gleichen Zeit verhaftet worden war. S. Jan Zimmermann (2008), S. 78–79.
cite-note-1313. ↑ Michael Fahlbusch: Ein fragwĂŒrdiger Philanthrop. Die subversiven AktivitĂ€ten des deutsch-völkischen StiftungsgrĂŒnders Toepfer in der Schweiz. In: Sozial.Geschichte Online H. 12, 2013, S. 44f. (Volltext)
cite-note-1414. ↑ Jan Zimmermann: Alfred Toepfers Westschau, in Burkhard Dietz, Helmut Gabel, Ulrich Tiedau (Hrsg.): Der Griff nach dem Westen. Die „Westforschung“ der völkisch-nationalen Wissenschaften zum nordwesteuropĂ€ischen Raum 1919–1960. Waxmann, MĂŒnster 2003, ISBN 3-8309-1144-0, S. 1072. Toepfer durchgehend in diesen BĂ€nden, die auf Quellenauswertungen beruhen, mind. 37 Nennungen.
cite-note-boissou-1515. ↑ Lionel Boissou: Les activitĂ©s du »Bureau d’achat du capitaine Toepfer et Stahlberg«. In Stefan Martens, Maurice VaĂŻsse: Frankreich und Deutschland im Krieg (November 1942 – Herbst 1944). Okkupation, Kollaboration, RĂ©sistance. (= Pariser Historische Studien), 55. Hg. Deutsches Historisches Institut Paris. Bouvier, Bonn 2000, Akten des deutsch-französischen Kolloquiums in Paris am 22. und 23. MĂ€rz 1999, veranstaltet vom Deutschen Historischen Institut Paris und dem Centre d’Études d’Histoire de la DĂ©fense, Vincennes in Zusammenarbeit mit dem Institut fĂŒr Zeitgeschichte, MĂŒnchen und dem Institut d’Histoire du Temps PrĂ©sent, Paris-Cachan. ISBN 3-416-02908-9, S. 278.
cite-note-1616. ↑ Lionel Boissou: Les activitĂ©s du »Bureau d’achat du capitaine Toepfer et Stahlberg«. In Stefan Martens, Maurice VaĂŻsse: Frankreich und Deutschland im Krieg (November 1942 – Herbst 1944). Okkupation, Kollaboration, RĂ©sistance. (= Pariser Historische Studien), 55. Hg. Deutsches Historisches Institut Paris. Bouvier, Bonn 2000, Akten des deutsch-französischen Kolloquiums in Paris am 22. und 23. MĂ€rz 1999, veranstaltet vom Deutschen Historischen Institut Paris und dem Centre d’Études d’Histoire de la DĂ©fens, Vincennes in Zusammenarbeit mit dem Institut fĂŒr Zeitgeschichte, MĂŒnchen und dem Institut d’Histoire du Temps PrĂ©sent, Paris-Cachan. ISBN 3-416-02908-9, S. 295. Nach den Angaben von Jan Zimmermann (2008) war der wirtschaftliche Erfolg der Unternehmung wohl nur gering. Toepfer soll keinen privaten wirtschaftlichen Nutzen gehabt und nur sein Gehalt als Hauptmann bezogen haben. Er konnte aber im Rahmen seiner AktivitĂ€ten Kontakte knĂŒpfen, die ihm in der Nachkriegszeit wirtschaftlich von nutzen waren.
cite-note-1717. ↑ Jan Zimmermann (2008), S. 88–117.
cite-note-1818. ↑ Fotogalerie zum 75-jĂ€hrigen JubilĂ€um der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. (Memento vom 23. Mai 2010 im Internet Archive) (zuletzt aufgerufen am 8. Januar 2012)
cite-note-1919. ↑ Georg Kreis, Gerd Krumeich, Henri Menudier, Hans Mommsen, Arnold Sywottek (Hrsg.): Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie. Kritische Bestandsaufnahme. Christians, Hamburg 2000, ISBN 3-7672-1373-7, S. 450f.
cite-note-2020. ↑ Jan Zimmermann: Alfred Toepfer. Ellert & Richter, Hamburg 2008, S. 129 u. S. 195.
cite-note-2121. ↑ Familie Alfred C. Toepfer. Abgerufen am 3. Juli 2024 (Fotos Familiengrab Alfred C. Toepfer, Waldfriedhof Hamburg-Wohldorf-Ohlstedt).
cite-note-2222. ↑ "Alfred Toepfer hat sich ĂŒber sein Verhalten im »Dritten Reich« in öffentlichen RĂŒckblicken selten geĂ€ußert, zu seinen TĂ€tigkeiten im Zweiten Weltkrieg so gut wie nie. Seine Bemerkungen trafen dabei oft nicht den Kern der VorgĂ€nge, ĂŒber die er berichtete. Dies gilt insbesondere fĂŒr sein Elsaß-Engagement. Seine vergeblichen BemĂŒhungen, bei der nationalsozialistischen ReichsfĂŒhrung Anklang zu finden, blendete er zwar nicht völlig aus, bezog sich jedoch vor allem auf Situationen, deren Ausgang ihn in ein gutes Licht rĂŒcken konnte." Georg Kreis, Gerd Krumeich, Henri Menudier, Hans Mommsen, Arnold Sywottek (Hrsg.): Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie. Kritische Bestandsaufnahme. Christians, Hamburg 2000, ISBN 3-7672-1373-7, Einleitung S. 11.
cite-note-2323. ↑ Ulf-Thomas Lesle: IdentitĂ€tsprojekt Niederdeutsch. Die Definition von Sprache als Politikum. In: Robert Langhanke (Hrsg.): Sprache, Literatur, Raum. Festschrift. fĂŒr Willy Diercks. Verlag fĂŒr Regionalgeschichte, Bielefeld 2015, S. 693–741, hier: S. 726 f.
cite-note-2424. ↑ Weiß gewaschen. In: Informationen zur deutschen Außenpolitik. Abgerufen am 3. Juli 2024.
cite-note-2525. ↑ Georg Kreis, Gerd Krumeich, Henri Menudier, Hans Mommsen, Arnold Sywottek (Hrsg.): Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie. Kritische Bestandsaufnahme. Christians, Hamburg 2000, ISBN 3-7672-1373-7.
cite-note-2626. ↑ Georg Kreis, Gerd Krumeich, Henri Menudier, Hans Mommsen, Arnold Sywottek (Hrsg.): Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie. Kritische Bestandsaufnahme. Christians, Hamburg 2000, S. 24 (Zitat) u. S. 378.
cite-note-2727. ↑ Zum Beispiel "Westforschung", siehe Literatur
cite-note-2828. ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 1985, S. 1255.
cite-note-2929. ↑ Ehrensenatorinnen und Ehrensenatoren der UniversitĂ€t Hamburg (Memento vom 8. Dezember 2015 im Internet Archive)
cite-note-3030. ↑ Ehrendoktoren und - doktorinnen. Agrar- und ErnĂ€hrungswissenschaftlichen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Kiel, abgerufen am 3. Juli 2024.
cite-note-3131. ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 1985, S. 1255.
cite-note-3232. ↑ Ehrenmitglieder im Heimatbund Niedersachsen (Memento vom 14. Juli 2014 im Internet Archive), abgerufen am 6. Mai 2010.
cite-note-3333. ↑ Christoph Rácz: Altnazi als Ehrendoktor - Geschichte holt Uni Basel. Schweizer Radio DRS, 25. Mai 2010, abgerufen am 3. Juli 2024.
cite-note-3434. ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 1985, S. 1255.
cite-note-3535. ↑ Deutscher Wanderverband (Hrsg.): 125 Jahre Wandern und mehr. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2008, ISBN 978-3-86568-221-5, S. 172.
cite-note-3636. ↑ Toepfer begrĂŒĂŸte darin den deutschen Überfall auf Westeuropa. Er ĂŒbernahm zustimmend Zitate des Schweizer Nationalsozialisten Alfred Zander. Vgl. Jan Zimmermann, Alfred Toepfers ‚Westschau‘. In: Helmut Gabel, Burkhard Dietz, Ulrich Tiedau (Hrsg.): Griff nach dem Westen. Die ‚Westforschung‘ der völkisch-nationalen Wissenschaften zum nordwesteuropĂ€ischen Raum 1919–1960. MĂŒnster 2003, S. 1065; Martin J. Bucher, „Wir tragen die flatternden Fahnen der Zukunft!“ Die Nationale Jugend der Schweiz. ein Schweizer Pendant zur deutschen Hitlerjugend. In: Schweizer Zeitschrift fĂŒr Geschichte. Jg. 61, 2011, S. 315–334. Toepfer verbreitete angeblich seit 1937 Zanders antisemitisches Buch Schweizerische Eidgenossenschaft und Reich in Deutschland, siehe Michael Fahlbusch: Ein fragwĂŒrdiger Philanthrop. Die subversiven AktivitĂ€ten des deutsch-völkischen StiftungsgrĂŒnders Toepfer in der Schweiz. In: Sozial.Geschichte Online. Heft 12, 2013, S. 48 (Volltext)
cite-note-3737. ↑ Namensgeber fĂŒr Stahlberg & Cie. war Friedrich Stahlberg, ein Bremer Kaufmann siehe Alfred Toepfer. Stifter und Kaufmann. Bausteine einer Biographie. Kritische Bestandsaufnahme. S. 400. Die Firma residierte in Paris und in Hamburg an Toepfers Firmensitz und wird als „reichseigen“ bezeichnet.
cite-note-3838. ↑ Untersuchung ĂŒber Toepfers AktivitĂ€ten in Frankreich wĂ€hrend der deutschen Besatzung, meist in französischer Sprache mit deutscher Zusammenfassung, teilweise auch in Deutsch.
cite-note-3939. ↑ Benennt die Teilnehmer und beschreibt die Konfliktlinien des Historikerstreits; weist aber auch darauf hin, wie sehr Toepfers Auftreten in der Nachkriegszeit und sein Umgang mit der eigenen Vergangenheit Voraussetzungen fĂŒr die Auseinandersetzungen geschaffen haben.
cite-note-4040. ↑ ALFRED C. - Aus dem Leben eines GetreidehĂ€ndlers (Ursendung) Programminformation (aufgerufen am 10. November 2012).